Die Geschichte des Zentrums für Ostbelgische Geschichte

Im Juli 2010 regten der damalige Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz und Stephan Förster, Leiter des Fachbereichs Außenbeziehungen und Regionalentwicklung im Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, bei ostbelgischen Historikern die Ausarbeitung einer mehrbändigen Regionalgeschichte an. Bis November 2011 entwarf daraufhin eine zwölfköpfige Arbeitsgruppe ein Konzept für eine sechsbändige Publikationsreihe zur Regionalgeschichte Ostbelgiens mit dem Titel „Grenzerfahrungen. Eine Geschichte der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens“.

Im Dezember 2013 gedachte die Deutschsprachige Gemeinschaft des 40. Jahrestages der Einsetzung des Rats der deutschen Kulturgemeinschaft (1973) und des 30. Jahrestages der Einsetzung der ersten Regierung (1984). Aus diesem Anlass erschien Band 5 der Reihe „Grenzerfahrungen“, der den Zeitraum von 1945 bis 1973 behandelt.

Der Arbeitsgruppe wurde schnell klar, dass eine nachhaltige und professionelle regionalhistorische Arbeit nicht alleine auf die Publikation der Reihe „Grenzerfahrungen“ beschränkt bleiben sollte. Sie forderte zusätzliche personelle und zusätzliche finanzielle Ressourcen, die von der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft im Rahmen des Regionalen Entwicklungskonzepts (REK) zur Verfügung gestellt wurden.

Am 25. November 2014 wurde das „Zentrum für Regionalgeschichte in der Deutschsprachigen Gemeinschaft“ (ZRDG) als Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht (V.o.G.) in den Räumen des Staatsarchivs in Eupen gegründet. Die Mitglieder der neuen Vereinigung waren die Geschichts- und Museumsvereine der Region, das Staatsarchiv, historisch aktive Dorfgruppen und Einzelpersonen, der BRF u.a.

Sie wählten einen Vorstand, der Els Herrebout, Leiterin des Staatsarchivs in Eupen, zur Gründungspräsidentin wählte. Gleichzeitig wurde auch der wissenschaftliche Beirat eingesetzt, dem Fachhistoriker angehören und der die wissenschaftliche Qualität der Forschungsaktivitäten begleitet.

Bereits seit dem 1. September 2013 war Carlo Lejeune halbtags für das Zentrum freigestellt worden. Mit der Gründung des ZRDG übernahm er als delegierter Verwalter der V.o.G. die Leitung des Tagesgeschäfts.

Auf dieser institutionellen Grundlage konnten neue Projekte (der Aufbau eines audio-visuellen Gedächtnisses über Zeitzeugeninterviews, Vorarbeiten für ein Portal u.a.) entwickelt werden. Parallel erschienen weitere Bände der Reihe „Grenzerfahrungen“.

Im Juli 2017 wurde das Zentrum (ZRDG) in „Zentrum für Ostbelgische Geschichte“ (ZOG) umbenannt. Heute vereinigt es als Plattform für den historischen Austausch in Ostbelgien einen großen Teil der historisch arbeitenden Einzelpersonen und Institutionen im deutschsprachigen Belgien. Es sieht sich auch als Dienstleister für seine Mitglieder. Dank seiner Struktur kann das Zentrum die wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Geschichtsarbeit in der Deutschsprachigen Gemeinschaft koordinieren und eine politisch-historische Bildungsarbeit auf allen Ebenen, von der Universität bis zum Heimatverein unterstützen.

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