Gebiet deutscher Sprache

Mit dem Gesetz vom 8. November 1962 wurden die Sprachgrenzen in Belgien festgelegt. Von diesem Moment an gab es ebenso ein offizielles Gebiet deutscher Sprache (mit Spracherleichterungen für die französischsprachige Minderheit) wie ein Gebiet niederländischer Sprache, ein Gebiet französischer Sprache sowie das zweisprachige Gebiet von Brüssel. Die Entscheidung über die Zugehörigkeit zu den Sprachgebieten trafen die Gemeinderäte. Von diesem Moment an gehörte auch Kelmis, das von 1815 bis 1919 das sogenannte Neutral-Moresnet bildete, zum Gebiet deutscher Sprache. Hier hatte der Gemeinderat mit einer Stimme Mehrheit für eine Zugehörigkeit zum Gebiet deutscher Sprache gestimmt.

Das Gesetz vom 30. Juli 1963 legte sodann den Gebrauch der Sprachen im Unterrichtswesen fest. Im heutigen Ostbelgien war der Unterricht an den weiterführenden Schulen bis dahin fast ausschließlich in französischer Sprache erteilt worden. Tausende Jugendliche konnten diesen hohen Anforderungen nicht folgen. Deshalb konnten sie keinen Abschluss an einer weiterführenden Sekundarschule erlangen.

Mit diesem Gesetz wurden die heutigen Großgemeinden Malmedy und Weismes offiziell Teil des französischen Sprachgebietes Belgiens (mit Spracherleichterungen für die deutschsprachige Minderheit). Wurde dort in der Zwischenkriegszeit in Teilen der Bevölkerung noch häufig deutsch gesprochen, so setzte sich die französische Sprache nach 1945 in diesen Gemeinden schnell und fast vollständig durch.

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