Säuberung, Wiederaufbau, Autonomiediskussionen (1945-1973)

Mit einer einfachen Verwaltungsanweisung etablierten die belgischen Behörden 1947 den Begriff der „Ostkantone“. Mit der Verabschiedung der Sprachengesetze von 1962 wurde das Gebiet deutscher Sprache in Belgien geschaffen. In diesen Grenzen durfte der Rat der deutschen Kulturgemeinschaft seit dem 23. Oktober 1973 eine begrenzte Autonomie ausüben.

Noch immer waren viele Folgen der Kriegs- und Nachkriegszeit – wie die Säuberung und der materielle und geistige Wiederaufbau – hier präsent. Doch diese Grenzregion, Belgien und Europa veränderten sich rasant. Dieser Wandel verlief nicht linear, sondern war von Ungleichzeitigkeit und Anpassungsprozessen geprägt. Die neue politische Entwicklung wurde seit dem Ende der 1960er-Jahre von heftigen Diskussionen um die Identität der Grenzbevölkerung begleitet, in denen sich Geschichtsbilder, Sprachenfragen und Zukunftsvorstellungen vermischten.

Zehn publizistisch erfahrene Autoren beleuchten in 14 Kapiteln auf Grundlage von neuen Fragestellungen und Quellen spannende Aspekte der jüngeren Geschichte einer Grenzregion, die heute als Deutschsprachige Gemeinschaft eine institutionelle Realität im Bundesstaat Belgien ist.

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